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ſittlich dies Alles ſei. Sie ſchämten ſich, und als jener Menſch dennoch in ſeinem alten Ton fortfahren wollte, wandten ſie ſich von ihm ab, er aber ſtand beinahe allein und zog beſchämt von dannen.
„Wo Ernſt nicht hilft, da nimm den Spott zur Hulfe,“ dachte jener, und wohl ihm, wenn es ihm gelang, den Wolf im Schafskleide zu verjagen!
Meine Freunde! daſſelbe, was in dieſer Geſchichte erzählt iſt, daſſelbe wollte auch der Mann im Monde, und das war ja unſere erſte Frage, er wollte den Erfinder der Mimilimanier zu Nutz und Frommen der Literatur und des Publikums, zu Ehre der Vernunft und Sitte, lächerlich machen.
Wie er dieſen Zweck verfolgte? Ob es ihm gelingen konnte?
iſt der Gegenſtand der folgenden Fragen.
II. Haben wir bisher nachgewieſen und darüber geſprochen, welchen Zweck der Mann im Monde zu verfolgen hatte, indem wir den Gegenſtand, gegen welchen er gerichtet war, nach allen Theilen auseinander ſetzten, ſo kommt es uns zu, andächtig mit einander zu betrachten, wie er dieſen Zweck verfolgte.
Es gibt verſchiedene Wege, wie ſchon in der Parabel vom angenehmen Mann angedeutet iſt, verſchiedene Wege, um ein Laſter, eine böſe Gewohnheit oder unſittliche Anſichten aus der ſittlichen Geſellſchaft zu verbannen. Das Erſte und Natürlichſte bleibt immer, einen ſolchen Gegenſtand mit Ernſt, mit Gründen anzugreifen, ſeine Anhänger von ihrem Irrthum zu überfuhren, ſeine Blöße offen vor das Auge zu bringen. Dieſen Weg hat man auch mit dem Clauren'ſchen Unfug zu wiederholten Malen
eingeſchlagen. Ihr Alle, meine Zuhörer, kennet hinlänglich jene
öffentlichen Gerichte der Literatur, wo die Richter zwar, wie bei der heiligen Vehme, verhüllt und ohne Namen zu Gericht ſitzen, aber unverhüllt und unumwunden Recht ſprechen; ich meine die Journale, die ſich mit der Literatur beſchäftigen. Wie es in aller Welt beſtechliche Richter gibt, ſo auch hier. Es gab freilich einige an Obſcurantismus laborirende Blätter, welche jedes Jahr eine Fanfare blieſen, zu Gunſten und Ehren Claurens und ſeines


