Teil eines Werkes 
3. Bd. (1866)
Entstehung
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riſchen Worte eines Taſſo, wenn er die glänzenden Waffen ſeines Rinaldo oder Tancred beſingt? Es ſind Männer, die von Männern, es ſind edle Sänger, die von Helden ſingen. Ueberwiegt aber nicht der Ekel noch das Lächerliche, wenn man einen preußiſchen geheimen Hofrath hört, wie er den Putz einer Dame vom Kopf bis zu den Zehenſpitzen beſchreibt? Es kommt freilich ſehr viel darauf an, ob auf dem hohlen Schädel ſeiner Mimilis ein ita⸗ lieniſcher Strohhut oder eine Toque von Seide ſitzt, ob die Federn, die ſolche ſchmücken, Marabout⸗ oder Straußfedern, oder gar Paradiesvögel ſind; und dann die niedlichenSächelchen von Ohrgeſchmeide, Halsbändern, Bracelets et caetera, daßeinem das Herz puppert, und dann die Brüßler Kanten um die wo⸗ gende Schwanenbruſt, und das geſtickte Ballkleid, und die durch⸗ brochenen Strümpfe, und die ſeidenen Pariſer Ballſchuhe oder ein Négligé, wie aus dem leichteſten Schnee gewoben, und dieſes Ueberröckchen, und jenes Mäntelchen, und dieſes Spitzenhäubchen, aus dem ſich die goldenen Ringellöckchen hervorſtehlen. O sancta simplicitas! Und Ihr kneipt, um mich ſeiner Sprache zu be⸗ dienen, Ihr kneipt die Kniee nicht zuſammen, meine Damen, und wollet Euch nicht halb zu Tode lachen über den köſtlichen Spaß, daß ein preußiſcher geheimer Hofrath Eurer Zofe ins Handwerk greift und Euch vorrechnet, was man im Putzladen der Madame Prellini haben kann? Leider Ihr lachet nicht! Ihr leſet den aller⸗ liebſten Modebericht mit großer Andacht, Ihr ſprechet, das iſt doch einmal eine Lektüre von Geſchmack; nichts Ueberirdiſches, Romantiſches, tout comme choz nous, bis aufs Hemde hat er uns beſchrieben, der deliciöſe Mann, der Clauren!

Ein drittes Ingredienz für Mädchen ſind die magnifiken Bälle, die er alljährlich gibt. Hu! wie da getanzt wird, daß das Herz⸗ chenim vierundſechzigſtel Takt pulſtrt! Wie ſchön! Vornehme Damen, die bei Präſidents A., bei Geheimeraths B., bei dem

Banquier C., oder gar bei Hofe Zutritt haben, finden Alles

haarklein beſchrieben, von der Polonaiſe bis zum Cotillon. Arme Landfräulein, die nur in das nächſte Städtchen auf den