297
vier Grundgeſetzen, nach jenen vier Cardinaltugenden, die wir in ſeiner Mimili fanden? Bei jener Klaſſe von Menſchen, für welche er ſchreibt, liegt gewöhnlich an der Feinheit des Stoffes wenig. Wenn nur die Farben recht grell und ſchreiend ſind. Mochte er nun ſelbſt dieſe Bemerkung gemacht haben, oder konnte er vielleicht ſelbſt keine feineren Fäden ſpinnen, keine zarteren Nüancen der Farben geben, ſein Stoff iſt gewohnlich ſo unkünſtleriſch und grob als möglich angelegt; ein fadengerades Heirathsgeſchichtchen, ſo breit und lang als möglich ausgedehnt, von tieferer Charakter⸗ zeichnung iſt natürlich keine Rede; Commerzienräthe, Huſaren⸗ majore, alte Tanten, Ladenjünglinge comme il faut, ꝛc. Die Dame des Stückes iſt und bleibt immer daſſelbe Holz⸗ und Glieder⸗ püppchen, die nach Verhältniſſen coſtümirt wird, heiße ſie nun Mimili oder Vally, Magdalis oder Doralice, ſpreche ſie Schweize⸗ riſch oder Hochdeutſch, habe ſie Geld oder keines, es bleibt die⸗ ſelbe. Iſt nun die Hiſtorie nach dieſem geringen Maßſtabe ange⸗ legt, ſo kommen die Ingredienzien.
Bei den Ingredienzien wird, wie billig, zuerſt Rückſicht genommen auf das Frauenvolk, das die Geſchichte leſen wird. Erſtens einige artige Kupfer mit ſchönen„Engelsköpfchen,“ angethan nach der„allern agelfu nkelneueſten“ Mode. Dieſe werden natürlich in der Fabrik immer zuvor entworfen, gemalt und geſtochen, und nachher der reſp. Namen unten hingeſchrieben. Sündiger Weiſe benützt der gute Mann auch die Porträts ſchöner fürſtlicher Damen, die er als Quaſtaushängeſchild vor den Titel pappt. So hat es uns in der Seele wehe gethan, daß die Groß⸗ fürſtin Helena von Rußland, eine durch hohe Geiſtesgaben, na⸗ türliche Anmuth und Körperſchönheit ausgezeichnete Dame, bei dem Torniſterlischen(im Vergißmeinnicht 1826) gleichſam zu Gevatter ſtehen mußte.
Zweitens, ein noch bei weitem lockenderes Ingredienz iſt die Toilette, die er trotz den erſten Modehändlerinnen zu machen verſteht. Wer wollte es Virgil übel nehmen, wenn er den Schild ſeines Helden beſchreibt, wer lauſcht nicht gerne auf die kriege⸗


