Teil eines Werkes 
3. Bd. (1866)
Entstehung
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nommen, mit Armen, Taille, Beinen ꝛc. und intereſſant, nicht wegen des Charakters, ſondern weil er etwas bleich iſt, ein eiſernes Kreuz trägt und ſo ein Ding von einem preußiſchen Hu⸗ ſaren war. Neben dieſen Helden kommt ein friſches, rundes Dingelchen zu ſtehen, mit kurzem Röckchen, ſchönen Zwickel⸗ ſtrümpfen ꝛc. Kurz, das Inventarium ihres Körpers und ihres Anzuges könnt Ihr ſelbſt nachleſen oder habt es leider im Kopfe. Das Schweizerkind, die Mimili, iſt nun ſo natürlich als möglich; d. h. ſie genirt ſich nicht, in Gegenwart des Kriegers das Buſen⸗ tuch zu lüften und ihn den Schnee und dergleichen ſehen zu laſſen, daß ihmangſt und bange wird. Einiger Schwetzerdialekt iſt auch eingemiſcht, der nun freilich im Munde Claurens etwas unnatürlich klingt. Kurz, es iſt nichts vergeſſen, die Natur iſt nicht nur nachgeahmt, ſondern förmlich kopirt und getreulich ab⸗ geſchrieben. Aber leider iſt es nur die Natur, ſo wie man ſie mittelſt einer Camera obscura abzeichnen kann. Der warme Odem Gottes, der Geiſt, der in der Natur lebt, iſt weggeblieben, weil V man nur das Koſtüm der Natur kopirte. Zeichnet die nächſte beſte Schweizer Milchmagd ab, ſo habt Ihr eine Mimili, und freilich Alles ſo natürlich als möglich.

Das Dritte, was Euch ſo gut mundete an dieſer Geſchichte war das Rührende. Wann und wo war der Kummer der Liebe nicht rührend? Es iſt ein Motiv, das jedem Noman als Würze beigegeben wird, wie bittere Mandeln einem ſüßen Kuchen, um das Süße durch die Vorkoſt des Bitteren deſto angenehmer 3 und erfreulicher zu machen. Ihr ſelbſt, meine jungen Zuhöre⸗ 4 rinnen, und ich habe dies zu öfteren Malen an Euch gerügt, verſetzt Euch gar zu gerne in ein ſolches Liebesverhältniß, wenn nicht dem Körper, doch dem Geiſte nach. Wenn Ihr ſo daſitzet, und nähet oder ſtricket, und über Eure Nachbarn gehörig ge⸗ klatſcht habt, kommt gar leicht in Eurer Phantaſte das Kapitel der Liebe an die Reihe, und Ihr träumet und träumet und ver⸗ geſſet die Welt und die Maſchen an Eurem Strickſtrumpf. Wenn man Nachts durch den Wald geht, ſo denkt man gerne an arge

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