Teil eines Werkes 
3. Bd. (1866)
Entstehung
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Gemälde, dem die Anmuth nicht fehlt, es iſt eine wohltönende leichte Sprache, die Sprache der Geſellſchaft, die ſich zum Geſetz macht, keine Saite zu ſtark anzuſchlagen, nie zu tief einzugehen, den Gedankenflug nie höher zu nehmen, als bis an den Plafond des Theezimmers. Es iſt wirklich angenehm zu leſen, wie eine Muſik angenehm zu hören iſt, die dem Ohre durch ſanfte Töne ſchmeichelt, welche in einzelne wohllautende Akkorde geſammelt worden ſind. Sie darf keinen Charakter haben, dieſe Muſik, ſie darf keinen eigentlichen Gedanken, keine tiefere Empfindung aus⸗ drücken, ſonſt würde die arme Seele unverſtändlich werden, oder die Gedanken zu ſehr affiziren. Eine angenehme Muſtk, ſo zwi⸗ ſchen Schlafen und Wachen, die uns einwiegt und in ſüße Träume hinüber lullt. Siehe, ſo die Sprache, ſo die Form jener neuen Manier, die Euch entzückte.

Das Zweite, was Euch gefiel, hängt mit dieſem Erſteren ſehr genau zuſammen, dieſe Manier war ſo natürlich. Es iſt etwas Schönes, Erhabenes um die Natur, beſonders um die Natur in den Alpen. Schiller iſt auch einmal dort eingekehrt, ich meine mit Wilhelm Tell. Sein Drama iſt ſo erhaben, als die Natur der Schweizerlande, es bietet Ausſichten, ſo köſtlich und groß, wie die von der Tellskapelle über den See hin; aber nicht wahr, Ihr lieben Seelen, der iſt Euch doch nicht natürlich genug? Zu was auch die Seele anfüllen mit unnützen Erinnerungen an die Thaten einer großen Vorzeit? Zu was Weiber ſchildern wie eine Gertrude Stauffacher oder eine Bertha, oder Männer wie einen Tell oder einen Melchthal? Da weiß es Clauren viel beſſer, viel natürlicher zu machen! Statt großartige Charaktere zu malen, für welche er freilich in ſeinem Kaſten keine Farben finden mag, malt er Euch einen Hintergrund von Schneebergen, grünen Wald⸗ wieſen mit allerlei Vieh; das iſt pro primo die Schweiz. Dann einen Krieger neuerer Zeit mit ſchlanker Taille von acht Zollen, etwas bleich(er hat den Freiheitskrieg mitgemacht), das eiſerne Kreuz im Knopfloch ac. Das iſt der Held des Stückes. Eine intereſſante Figur! Nämlich Figur als wirklicher Körper ge⸗