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einmal durchflog ſie die Erinnerung an den erſten Blick des Grafen bis hieher zu dieſer Stätte, und ihr Auge wurde feucht von Ent⸗ zücken. Als aber die Trauung begann, als der würdige Diener der Kirche, dem man das Geheimniß anvertraut hatte, in einer 4 kurzen, aber gehaltvollen Rede von den wunderbaren Fügungen Gottes ſprach, der oft aus Tauſenden ſein Werkzeug zur Be⸗ glückung Vieler wähle, da ſtrömten ihr Thränen über.„Ja,“ dachte ſie bei ſich ſelbſt,„es iſt erfüllt, was damals ahnungs⸗ voll meine Seele füllte, der Zug des Herzens iſt Gottes, ſſt des Schickſals Stimme.“ Und viele Thränen floſſen, denn auch die Augen Derer, die einſt den Jammer des edlen Jünglings geſehen hatten, gingen über.
Wie ein Engel Gottes kam ſie dem alten Oheim vor, als ſie am Altar ihre Hand in die ſeines Neffen legte, wie ein Engel, der mit freundlichem Blicke, mit treuer Hand den Menſchen aus der dunkeln Irre des Lebens zu einem ſchönen lichten Ziele führte.
Der Schmauß.
Schnurſtracks von der Kirche ging es hinaus nach Blauen⸗ ſtein. Eine ganze Karavane von Wagen und Reitern zog dem wohlbekannten Landauer, in welchem die neugebackenen Eheleute ſaßen, nach. Der Hofrath war vorangeeilt, um Alles zu leiten. Sechs Böller riefen ihnen die Freudengrüße entgegen, als ſie in die 4 Grenze ihres Eigenthumes einfuhren. Ein donnerſchlagähnliches Wirbeln von Pauken und Trompeten empfing ſie am Portal des ſchönen Schloſſes, und als alle Wagen aufgefahren waren, als Emil ſein Weibchen auf den Balkon herausführte, um die herr⸗ ¹ liche Gegend zu überſehen, da gab der Hofrath das Zeichen, und ein ſchrankenloſes Vivat, Hurrah und Halloh erfüllte die Luft.
Paar und Paar zog man jetzt durch das Schloß, um Alles in Augenſchein zu nehmen. Es wandelte die Gäſte beinahe ein Grauen an vor dem Hexenmeiſter, dem alten Martiniz. Das


