Teil eines Werkes 
3. Bd. (1866)
Entstehung
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zu erfahren, was jener gemeint habe. Trotzköpfchen hätte mögen laut lachen über die Bitten des alten Herrn; es biß die ſcharfen Perlenzähne in die Purpurlippen, daß auch kein Wörtchen heraus konnte.

Nicht mehr ſo fröhlich als in früheren Tagen und dennoch glücklicher legte Ida das Lockenköpfchen auf die weichen Kiſſen. Es war ihr ſo bange, ſo warm; mit einem Ruck war der ſeidene Plumeau am Fußende des Bettes, und auch die dünne Seiden⸗ hülle, die jetzt noch übrig war, mußte immer weiter hinabgeſchoben werden, daß die wogende, entfeſſelte Schwanenbruſt Luft bekam.

Aber wie, ein Geräuſch von der Thüre her? Die Thüre geht auf, im matten Schimmer des Nachtlichtes erkennt ſie Mar⸗ tiniz blendendes Geſicht; ſein dunkles, wehmüthiges Auge feſſelt ſie ſo, daß ſie kein Glied zu rühren vermag, ſie kann die Decke nicht weiter heraufziehen, ſie kann den Marmorbuſen nicht vor ſeinem Feuerblick verhüllen: ſie will zürnen über den ſonderbaren Beſuch, aber die Stimme verſagt ihr. Aufgelost in jungfräu⸗ liche Scham und Sehnſucht, drückt ſie die Augen zu; er naht, weiche Flötentöne erwachen und wogen um ihr Ohr, er kniet

nieder an ihrem bräutlichen Lager,der Zug des Herzens iſt des

Schickſals Stimme, flüſtert er in ihr Ohr, er beugt das gram⸗ volle, wehmüthige Geſicht über ſie hin, heiße Thränen ſtürzen aus ſeinen glühenden Augen herab auf ihre glühenden Wangen, er wölbt den würzigen Mund er will ſie

Sie erwachte, ſie fühlte, daß ihre eigenen heftigſtromenden Thränen ſie aus dem ſchönen Traume erweckt hatten.

Die Beichte.

Am andern Morgen ſehr frühe ſtand der Hoſrath ſchon vor des Präſidenten Haus und zog die Glocke. Er mußte ja ſein holdes Idchen fragen, wie es zum erſtenmal wieder in Freilingen