Teil eines Werkes 
3. Bd. (1866)
Entstehung
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getrieben; es ziſchte und giſchte in ihren Adern ſo warm und ſo wohlthuend, daß das Auge von Luſt und Liebe ſtrahlte, und die roſige Tiefe des Schelmengrübchens alle Augenblicke ſich zeigte. Der Champagner, den ſie auf den Trimadera ſetzte, war auch nicht aus ſeinen Kreidebergen geholt worden, um ein fröhlich⸗ glühendes Engelsköpfchen abzukühlen und einen in ewig wech⸗ ſelnder Wonne, Fluth und Ebbe wogenden Buſen zur Ruhe zu bringen. Wußte ſie doch ſelbſt nicht, was ſie ſo fröhlich machte! Die Rückkehr ins Vaterhaus allein war es nicht, auch nicht, daß die Blicke der jungen Freilinger Stadtkinder alle auf ſie flogen, es war noch etwas Anderes; war es nicht ein bleiches, wunder⸗ ſchönes Geſicht, das ſich immer wieder ihrer Phantaſie aufdrängte, das ſie wehmüthig durch Thränen anlächelte? Warum mußte er aber auch gehen, gerade als man zur Tafel ging, wo ſie ihn hätte ſehen und ſprechen können.

Ei, Kind! ſagte der Präſident und weckte ſie aus ihren Träumen.Da ſitzeſt Du ſchon eine geſchlagene Glockenviertel⸗ ſtunde, ſtarrſt auf den Teller hin, als leſeſt Du in der Johannis⸗ beermarmelade ſo gut als im Kaffeeſatz Deine Zukunft, und lächelſt dabei, als machten Dir alle ledigen Herren, unſern Hofrath mit eingeſchloſſen, ihr Compliment!

Die Glutröthe ſtieg ihr ins Geſicht; ſie nahm ſich zuſammen und mußte doch wieder heimlich lächeln über den guten Papa, der doch auch kein Spürchen von ihren Gedanken haben konnte. Aber als vollends der Hofrath ihr von der andern Seite zuflüſterte: der alte Herr hat fehlgeſchoſſen, wir Alle könnten uns den Rücken lahm complimentiren und die Kniee wund liegen, mein ſtolzes Trotzköpfchen goͤnnte keinem einen halben Blick oder ein Viertel⸗ chen von dem Engelslächeln, das hier in den Teller ging. Aber da darf nur ein ſo intereſſanter Fremder in einem Landauer weinen, ſo ein Signor Bleichwangioſo

Ach, wie garſtig, Berner! an den habe ich gar nicht mehr gedacht! rief ſie, ärgerlich, daß der Kluge ins Schwarze geſchoſſen haben ſollte. Jener aber wiſchte ſeine Brille ab.