Teil eines Werkes 
3. Bd. (1866)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

.

79

heimer, Volnay, feiner Nuits, Chambertin, beſte Sorten von Bordeaux, Rouſſillon wurden weggenommen, und der zungen⸗ belebende Champagner aufgeſetzt. Hatte ſchon der aromatiſche Rheinwein die Zungen gelöst, und das ſchwärzliche Roth des Burgunders den Lilienſammet der jungfräulichen Wangen und die Naſen der Herren geröthet, ſo war es jetzt, als die Pfröpfe flogen, und die Damen nicht wußten, wohin ſie ihre Köpfe wenden ſollten, um den ſchrecklichen Exploſtonen zu entgehen, als die Lilienkelche, bis an den Rand mit milchweißem Giſcht gefüllt, kredenzt wurden, wie auf einem Bazar im aſtatiſchen Rußland, wo alle Nationen untereinander plappern und maulen, gurren und ſchnurren, zwitſchern und näſeln, plärren und jodeln, brum⸗ men und raſaunen, ſo ſchwirrte in betäubendem Gemurmel, Ge⸗ ſurre und Brauſen in den höchſten Fiſteltönen bis herab zum tiefſten, dreimalgeſtrichenen C der menſchlichen Bruſt das Ge⸗ ſpräch um die Tafell.. 3

8. Das Artheil der Welt.

Aher der größte Theil der Converſation am andern Ende des. Tiſches galt Präſidents Ida. Dort gingen die zahnloſen Mäul⸗ chen der Tanten und Mütter wie oberſchlächtige Mühlen, und die Poſaunenſeraphgeſichter der Töchter nickten ihren Conſens aus den kleinen Kalmuckenäugelein. Wie hatte doch das Mädchen vor Gott geſündigt und gefrevelt dadurch, daß es ſo wunderhübſch geworden war! Wäre ſie zurückgekommen wie eine wilde Hummel,

dder wie ſo manche, die man als Gagack in die Reſidenz ſchickt, unm ſte Bildung und Blumenmachen lernen zu laſſen, und die

als Gagack wiederkehrt, da hätte es geheißen:An der iſt Hopfen und Malz verloren, mich dauern nur die Eltern. Jetzt, wo ſie mit ihrem Tannenwuchs, mit ihrer unnachahmlichen Grazie be⸗ ſcheiden und doch ſo voll erhabener Würde hereintrat, das ſtrahlende