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prachtvoller Schlachtordnung vom Glanz des Kryſtallluſters be⸗ ſtrahlt, ſtanden die Guß⸗, Johannisbeeren⸗, Punſch⸗, Roſinen⸗ torten, die Apfelſinen, Ananas, Pomeranzen, die ſilbernen Platten mit Trauben und Melonen. Aber Hofrath Berner hatte ſie auch eingeübt, und den ungeſchickteſten Kellnerrekruten ſchwur er hoch und theuer in acht Tagen ſo weit bringen zu wollen, daß er einen bis an den Rand gefüllten Champagnerkelch, auf eine ſpiegel⸗ glatte ſilberne Platte geſetzt, die Treppe heraufſpringen könne, ohne einen Tropfen zu verſchütten, was in der Geſchichte des Servirens einzig in ſeiner Art iſt. Wenn die Feſtins, die er zu arrangiren hatte, herannahten, hielt er auf folgende Art völlige Uebungen und Manoeuvres: Er ſetzte ſich in den Salon, wo ge⸗ ſpeist werden ſollte, ließ eine Tafel zu dreißig bis vierzig Couverts
decken, und wie den Rekruten ein fingirter Feind mit allen mög⸗..
lichen Bewegungen gegeben wird, ſo zeigte er ihnen auch Praͤſi⸗ denten, Juſtizräthe, Kollegiendirektoren, Regierungsräthe und Aſſeſſoren mit Weib und Tochter, Kind und Kegel, und mahnte ſte, bald dieſem ein Stück Braten, jener eine Saucisre zu ſer⸗ viren, bald einem Dritten und Vierten einzuſchenken und dem Fünften eine andere Sorſe vorzuſetzen; da ſprangen und liefen
die Kellner beinahe die Beine ab, aber— probatum est— wenn.
der Tag des Feſtes herannahte, durfte er auch gewiß ſein, zu ſiegen. Wie jener groöße Sieger, der nur mit feierlichem Ernſt
die Worte ſprach:„Heute iſt der Tag von Friedland!“ oder
„Sehet die Sonne von Auſterlitz!“ ſo bedurfte es von ſeinem Munde auch nur einiger ermahnenden, tröſtlichen Hindeutungen auf frühere Bravouren und gelungene Affairen, und er konnte darauf rechnen, daß keiner der zwanzig Kellnergeiſter über den andern ſtolperte, oder ihm die Aalpaſtete anſtieß, oder daß ſie mit Sauce und Salat einander anrannten, purzelten und auf den Boden die ganze Beſcherung ſervirten.
Mit dieſer Präciſion war alſo auch heute die Tafel ſervirt worden, der Nachtiſch war aufgetragen, die ſchweren Sorten, als da ſind, Laubenheimer, Nierenſteiner, Markobrunner, Hoch⸗
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