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Souper gekanzt werden. Stürmiſch drängten ſich die Herren um
das Wunderkind; aber Trotzköpfchen Ida blieb feſt dabei, diesmal
auszuſetzen, und ließ die Herren ablaufen. Der Hofrath ſetzte ſich zu ihr, und unwillkürlich waren ſie wieder mitten im Geſpräch über den Fremden.
„Ach, ſehen Sie nur,“ ſagte Ida mit der himmliſchen Gut⸗ müthigkeit ihres Engelköpfchens,„ſehen Sie nur, ich meine, er wird zuſehends immer bläſſer, wenn er nur nicht krank wird.“ Der Hofrath fand ihre Bemerkung richtig, er zeigte ihr aber, wie dieſer feſte, heldenmäßige Körper nicht ſo leicht von einem Krankheitsanfall geſtört werden könne; aber Ida wurde immer unruhiger, ſie ſah, wie Martiniz die Lippen zufammenpreſſe, als wolle er einen Schmerz verbeißen; der Ernſt in ſeinem Geſichte wurde nach und nach zur Trauer, das Wehmüthige, der thränen⸗ ſchwere Trübſinn in ſeinem Auge wurde immer unverkennbarer.
„O Gott, ſehen Sie ihn nur an, guter Berner, iſt mir doch, als ſollte ich zu ihm gehen und fragen: was fehlt dir, daß du nicht froͤhlich biſt mit den Fröhlichen? Wie gern wollte ich Alles thun, dir zu helfen.— Der Menſch denkt's, Gott lenkt's!“ Auch der Hofrath wurde jetzt unruhig, denn mit einem Ruck hatte ſich der bleiche Fremde aufgerafft und ſtand nun in ſeiner ganzen Größe, in gebietender und doch graziöſer Haltung da, aber ſein Auge heftete ſich furchtbar ſtarrend nach der Saalthüre. Berner wollte eben aufſtehen und zu ihm hin—
Da öffnete ſich die Thüre, ein alter, reichgekleideter Bedienter, derſelbe, welchen Ida geſtern geſehen, trat ein, ging auf den Fremden zu und neigte ſich ſchweigend vor ihm. Dieſer riß eine Uhr heraus, warf einen Blick auf ſie und einen zweiten voll Weh⸗ muth auf Ida herüber und verließ langſamen Schrittes den Saal.
Ehe noch der Hofrath ſeiner Nachbarin ſeine Vermuthungen über dieſen ſonderbaren Abzug mittheilen konnte, war die Ecoſſaiſe zu Ende. Der Präſident kam und führte ſein liebes, holdes, wunder⸗ herziges Tochterchen zur Tafel.


