I.
Was ſoll doch dies Trommeten ſein? Was deutet dies Geſchrei?
Will treten an das Fenſterlein, 4
Ich ahne, was es ſei. uhland.
Nach den erſten trüben Tagen des März 1519 war endlich am zwölften ein recht freundlicher Morgen über der Reichsſtadt Ulm aufgegangen. Die Donaunebel, die um dieſe Jahreszeit immer noch drückend über der Stadt liegen, waren ſchon lange vor Mittag der Sonne gewichen, und immer freier und weiter wurde die Aus⸗ ſicht in die Ebene über den Fluß hinüber.
Aber auch die engen kalten Straßen mit ihren hohen dunkeln Giebelhäuſern hatte der ſchöne Morgen heller als ſonſt beleuchtet, und ihnen einen Glanz, eine Freundlichkeit gegeben, die zu dem heutigen feſtlichen Anſehen der Stadt gar trefflich paßte. Die große Herd⸗ bruckergaſſe— ſie führt von dem Donauthor an das Rathhaus— ſtand an dieſem Morgen gedrängt voll Menſchen, die ſich Kopf an Kopf wie eine Mauer an den beiden Seiten der Häuſer hinzogen, nur einen engen Raum in der Mitte der Gaſſe übrig laſſend. Ein 88 Gemurmel geſpannter Erwartung lief durch


