Teil eines Werkes 
16. Bändchen (1846) Sämmtliche Werke
Entstehung
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laßt uns darauf trinken! So lange wir Land beſitzen in den Herzen, iſt nichts verloren: Hie gut Wür⸗ temberg allezeit.*

Hie gut Würtemberg allezeit, erwiderte Georg und ſtieß an. Der Geächtete wollte noch ctwas hinzu⸗ ſetzen, als der alte Burgwart mit wichtiger Miene herein trat.Es ſind zwei Krämer vor der Burg, meldete er,und begehren Einlaß.

Sie ſind's, ſie ſind's, riefen in einem Augenblick der Geächtete und Lichtenſtein.Führ' ſie herauf.

Der alte Diener entfernte ſich. Eine bange Minute folgte dieſer Meldung. Alle ſchwiegen, der Ritter von Lichtenſtein ſchien mit ſeinen feurigen Augen die Thüre durchbohren, der Geächtete ſeine Unruhe verbergen zu wollen, aber die ſchnelle Röthe und Bläſſe, die auf ſeinen ausdrucksvollen Zügen wechſelte, zeigten, wie die Erwartung deſſen, was er hören werde, ſein ganzes Weſen in Aufruhr brachte. Endlich vernahm man Schritte auf der Treppe, ſie näherten ſich dem Gemach. Der gewaltige Mann zitterte, daß er ſich am Tiſch halten mußte, ſeine Bruſt war vorgebeugt, ſein Auge hing ſtarr an der Thüre, als wolle er in den Mienen des Kommenden ſogleich Glück oder Unglück leſen jetzt ging die Thüre auf. 3

*Hie gut Würtemberg alle weg, findet ſich oft als

Wahlſpruch dieſer Partei. Vergl. Pfaff's Geſchichte Würtem⸗ bergs. Bd. I. S. 306. 3