Pferd wandte.„Das Bild des Lebens! Um Wiege und Sarg ſchweben ſie in gleichen Tönen, und die Glocken meiner Hauskapelle haben an jenem fröhlichen Tage, wo man mich zur Taufe trug, mir eben ſo ge⸗ könt, wie ſie mir tönen werden, wenn man den letten Sturmfeder zu Grabe tr ägt!“
Das Gebirge wurde jetzt ſteiler, und Georg, denn als dieſen haben unſere Leſer den jungen Reiter ſchon 4 längſt erkannt, Georg ließ ſein Pferd langſam hin⸗
ſchreiten, indem er ſeinen Gedanken nachhing. Es war
der Weg nach ſeiner Heimath, und die Vergleichungen,
die er zwiſchen dieſer Heimkehr und dem fröhlichen Auszug anſtellte, mochten nicht dazu beitragen, ſeine düſteren Gefühle aufzuhellen. Der geſtrige Tag, der
ſchnelle Wechſel heftiger Empfindungen, ſeine Ver⸗ haftung, zuletzt noch heute der Abſchied von Männern⸗ die ihm wohlwollten, hatten ihn heftig angegriffen.
Wie treuherzig und gutmüthig hatte Dieterich von Kraft, ſein zierlicher Gaſtfreund, ſeine Abreiſe be⸗ dauert. Wie gleich war ſich dieſer gute Menſch in
ſeinem Wohlwollen gegen ihn geblieben, vom erſten Becher an, den er mit ihm im Rathhausſaale geleert, bis zum Abſchiedstrunk, den er ſeinem Gaſt noch auf das Pferd hinauf kredenzte. Und wie hatte er ihm gelohnt? Beſchäftigt mit ſich ſelbſt, hatte er ihn wenig geachtet, überſehen. Wie hatte er dem biedern Breitenſtein, wie dem Helden Frondsberg, der ihn vor den Augen eines Heeres wie ſeinen Liebling ausge⸗ zeichnet hatte, wie hatte er ihnen vergolten? Wahrlich, es iſt für ein edles Gemüth kein Gedanke drückender,


