Teil eines Werkes 
15. Bändchen (1846) Sämmtliche Werke
Entstehung
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gewiſſen Blicken jene dunkle Geſialt, die jetzt dicht vor ihm ſtand. Hell flackerten die Flammen im Kamine, ſie beleuchteten die wohlbekannten Züge Georgs von Frondsberg.

Ihr ſeid es, Herr Feldhauptmann? rief Georg, indem er freier athmete und ſeinen Mantel zurecht legte, um den Ritter nach Würde zu empfangen.

Bleibt, bleibt, ſagte Jener und drückte ihn fanft auf ſein Lager nieder. Ich ſetze mich zu Euch auf das Bett, und wir plaudern noch ein halb Stündchen, denn es iſt auf allen Glocken erſt neun Uhr, und in Ulm ſchläft noch Niemand, als dieſer Sprudelkopf, dem man zur Abkühlung heute Nacht recht hart gebet⸗ tet hat. Er faßte Georgs Hand und ſetzte ſich zu ſeinen Füßen auf das Bett.

O, wie kann ich dieſe milde Nachſicht verdienen! ſprach Georg,ſtehe ich nicht in Euern Augen als ein Undankbarer da, der Euer Wohlwollen zurückſtößt, und was Ihr gütig für ihn angeſonnen, mit rauher Hand zerreißt?

Nein, mein junger Freund! antwortete der freundliche Mann.Du ſtehſt vor meinen Augen als der echte Sohn Deines Vaters. Gerade ſo ſchnell fertig mit Lob und Tadel, mit Entſchluß und Rede war er. Daß er ein Ehrenmann dabei war, weiß ich wohl, aber ich weiß auch, wie unglücklich ihn ſein ſchnelles Aufbrauſen, ſein Trotz, den er für Feſtigkeit ausgab, machten. 4

Aber ſagt ſelbſt, edler Herr! entgegnete Georg⸗

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