III.
Die Eiſenthür geht auf, des Kerkers ſchwarze Wand Erhellt ein blaſſer Schein, er höret Jemand gehen Und ſtemmt ſich auf, und ſieht—
Wieland.
Der Trupp, den Gefangenen in der Mitte, bewegte
ſich ſchweigend dem Rathhaus zu. Nur eine einzige Fackel leuchtete ihnen voran, und Georg dankte dem Himmel, daß ſie nur ſparſame Helle verbreitete. Denn
er glaubte, alle Menſchen, die ihm begegneten, müßten es ihm anſehen, daß er ins Gefängniß geführt werde.
Nächſt dieſem beſchäftigte ihn unterwegs vorzüglich ein Gedanke: Es war das erſtemal in ſemem Leben, daß
er in ein Gefängniß geführt wurde, er dachte daher nicht ohne Grauen an einen feuchten, unreinlichen Kerker. Das Burgverließ in ſeinem alten Schloſſe, das er als Knabe einmal beſucht hatte, kam ihm immer vor das Auge. Er war einigemal im Begriff, ſeinen Führer darüber zu befragen, doch drängte der Gedanke, man
moͤchte es für kindiſche Furcht anſehen, ſeine Frage
immer wieder zurück.
Nicht wenig war er darüber überraſcht, als man
ihn in ein geräumiges, ſchönes Zimmer führte, das
zwar nicht ſehr wohnlich gusſah, denn es enthielt nur


