Teil eines Werkes 
11. Bändchen (1846) Sämmtliche Werke
Entstehung
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ſagte mir, daß unſer Scheik ſehr in Anſehen ſtehe beim Reis⸗Effendi, beim Kapidſchi⸗Baſchi, bei Allen, ja beim Sultan ſelbſt Ja, rief ein Vierter, ſeine Schritte ſind geſegnet. Er iſt ein reicher, vornehmer Herr, aber aber Ihr wißt, was ich meine! Ja, ja! mur⸗ melten dann die Andern dazwiſchen, es iſt wahr, er hat auch ſein Theil zu tragen, möchten nicht mit ihm tau⸗ ſchen; iſt ein reicher, vornehmer Herr; aber, aber! Ali Banu hatte ein herrliches Haus auf dem ſchoͤn⸗ ſten Platz von Aleſſandria. Vor dem Hauſe war eine weite Terraſſe mit Marmor ummauert, beſchattet von Palmbäumen. Dort ſaß er oft Abends und rauchte ſeine Waſſerpfeife. In ehrerbietiger Entfernung harr⸗ ten dann zwölf reichgekleidete Sklaven ſeines Winkes⸗ der Eine trug ſeinen Betel, der Andere hielt ſeinen Sonnenſchirm, ein Dritter hatte Gefäße von gediege⸗ nem Golde mit köſtlichem Sorbet angefüllt, ein Vier⸗ ter trug einen Wedel von Pfauenfedern, um die Flie⸗ gen aus der Nähe des Herrn zu verſcheuchen, Andere waren Sänger und trugen Lauten und Blasinſtrumente, um ihn zu ergötzen mit Muſik, wenn er es verlangte, und der Gelehrteſte von Allen trug mehre Rollen, um ihm vorzuleſen. 4 Aber ſie harreten vergeblich auf ſeinen Wink; er verlangte nicht Muſik noch Geſang, er wollte keine Sprüche oder Gedichte weiſer Dichter der Vorzeit hören, er wollte keinen Sorbet zu ſich nehmen, noch Betel kauen, ja ſelbſt der mit dem Fächer aus Pfauenfedern hatte vergebliche Arbeit; denn der Herr bemerkte es nicht, wenn ihn eine Fliege ſummend umſchwärmte.