Teil eines Werkes 
10. Bändchen (1846) Sämmtliche Werke
Entstehung
Einzelbild herunterladen

154

Hand beraubte. Ich ſchweige von dem, was ich fühlte, als ich Dich das Schaffot beſteigen und ſo heldenmüthig leiden ſah. Aber damals, als Dein Blut in Strömen aufſpritzte, war der Entſchluß feſt in mir, Dir Deine übrigen Lebenstage zu verſüßen. Was weiter zeſchehen iſt, weißt Du, nur das bleibt mir noch zu ſagm übrig, warum ich dieſe Reiſe mit Dir machte.

Als eine ſchwere Laſt drückte mich der Gedanke, daß Du mir noch immer nicht vergeben habeſt; darum entſchloß ich mich, viele Tage mit Dir zu leben, und Dir endlich Rechenſchaft abzulegen von dem, was ich mit Dir gethan.

Schweigend hatte der Grieche ſeinen Gaſt ange⸗ hört; mit ſanftem Blick bot er ihm, als er geeudet hatte, ſeine Rechte.Ich wußte wohl, daß Du unglück⸗ licher ſein müßteſt als ich, denn jene grauſame That wird, wie eine dunkle Wolke, ewig Deine Tage ver⸗ finſtern; ich vergebe Dir von Herzen. Aber erlaube mir noch eine Frage: wie kommſt Du unter dieſer Geſtalt in die Wüſte? Was fingſt Du an, nachdem Du in Conſtantinopel mir das Haus gekauft hatteſt?

Ich ging nach Alexandria zurück, antwortete der Gefragte; Haß gegen alle Menſchen tobte in meiner Bruſt; brennender Haß beſonders gegen jene Nationen, die man die gebildeten nennt. Glaube mir, unter meinen Moslemiten war mir wohler! Kaum war ich einige Monate in Alexandria, als jene Landung meiner Landsleute erfolgte.

Ich ſah in ihnen nur die Henker meines Vaters und meines Bruders; darum ſammelte ich einige gleich⸗