Teil eines Werkes 
10. Bändchen (1846) Sämmtliche Werke
Entstehung
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und Atzt als den Tauglichſten vor. Den Verlauf der Sache veißt Du. Nur an Deiner übergroßen Vorſicht und Chrlichkeit ſchien mein Unternehmen zu ſcheitern. Daher ter Zufall mit dem Mantel.

Pittro öffnete uns das Pförtchen an dem Palaſt des Gorverneurs, er hätte uns auch ebenſo heimlich wieder hinausgeleitet, wenn wir nicht durch den ſchreck⸗ lichen Arblick, der ſich uns durch die Thürſpalte dar⸗ bot, erſthreckt, entflohen wären. Von Schrecken und Reue gejagt, war ich über zweihundert Schritte fort⸗ gerannt, bis ich auf den Stufen einer Kirche nieder⸗ ſank. Dort erſt ſammelte ich mich wieder, und mein erſter Gedanke warſt Du und Dein ſchreckliches Schick⸗ ſal, wenn man Dich in dem Hauſe fände.

Ich ſchlich an den Palaſt, aber weder von Pietro noch von Dir konnte ich eine Spur entdecken; das Pförtchen aber war offen, ſo konnte ich wenigſtens hoffen, daß Du die Gelegenheit zur Flucht benützt haben köͤnnteſt.

Als aber der Tag anbrach, ließ mich die Angſt vor der Entdeckung und ein unabweisbares Gefühl von Reue nicht mehr in den Mauern von Florenz. Ich eilte nach Rom. Aber denke Dir meine Beſtürzung, als man dort nach einigen Tagen überall dieſe Ge⸗ ſchichte erzählte, mit dem Beiſatz, man habe den Mör⸗ der, einen griechiſchen Arzt, gefangen. Ich kehrte in banger Beſorgniß nach Florenz zurück; denn ſchien mir meine Rache ſchon vorher zu ſtark, ſo verfluchte ich ſie jetzt, denn ſie war mir durch Dein Leben allzu theuer erkauft. Ich kam an demſelben Tage an, der Dich der