151 mächtige Flamme, die meine Mutter in ihrer letzten Stunde angefacht hatte.
„In den letzten Stunden war, wie ich Dir ſagte, ihr Bewußtſein zurückgekehrt; ſie ließ mich rufen und ſprach mit Ruhe von unſerem Schickſal und ihrem Ende. Dann aber ließ ſie Alle aus dem Zimmer gehen, richtete ſich mit feierlicher Miene von ihrem ärmlichen Lager auf und ſagte, ich könne mir ihren Segen er⸗ werben, wenn ich ihr ſchwöre, etwas auszuführen, das ſie mir auftragen würde. Ergriffen von den Worten der ſterbenden Mutter gelobte ich mit einem Eide, zu thun, was ſie mir ſagen werde. Sie brach nun in Ver⸗ wünſchungen gegen den Florentiner und ſeine Tochter aus, und legte mir mit den fürchterlichſten Drohungen ihres Fluches auf, mein unglückliches Haus an ihm zu rächen. Sie ſtarb in meinen Armen. Jener Gedanke der Rache hatte ſchon lange in meiner Seele geſchlum⸗ mert; jetzt erwachte er mit aller Macht. Ich ſammelte den Reſt meines väterlichen Vermögens und ſchwur mir, alles an meine Rache zu ſetzen, oder ſelbſt mit unter zu gehen.
Bald war ich in Florenz, wo ich mich ſo gebeim als möglich aufhielt; mein Plan war um viel erſchwert worden durch die Lage, in welcher ſich meine Feinde befanden. Der alte Florentiner war Gouverneur ge⸗ worden und hatte ſo alle Mittel in der Hand, ſobald er das Geringſte ahnete, mich zu verderben. Ein Zufall kam mir zu Hülfe. Eines Abends ſah ich einen Men⸗ ſchen in bekannter Livrée durch die Straßen gehen; ſein unſicherer Gang, ſein finſterer Blick und das halblaut


