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und ſeines Begleiters wurden unförmliche Storchfüße, die Arme wurden zu Flügeln, der Hals fuhr aus den Achſeln und ward eine Elle lang, der Bart war ver⸗ ſchwunden und den Körper bedeckten weiche Federn. 6
„Ihr habt einen hübſchen Schnabel, Herr Groß⸗ vezier,“ ſprach nach langem Erſtaunen der Kalif. „Beim Bart des Propheten, ſo etwas habe ich in meinem Leben nicht geſehen.“
„Danke unterthänigſt,“ erwiderte der Großvezier, indem er ſich bückte;„aber wenn ich es wagen darf, möchte ich behaupten, Eure Hoheit ſehen als Storch beinahe noch hübſcher aus denn als Kalif. Aber kommt, wenn es Euch gefällig iſt, daß wir unſere Kameraden dort belauſchen und erfahren, ob wir wirklich Storchiſch+ können.“
Indem war der andre Storch auf der Erde ange⸗
kommen. Er putzte ſich mit dem Schnabel ſeine Füße, legte ſeine Federn zurecht und ging auf den erſten Storchen zu. Die beiden neuen Störche aber beeilten ſich, in ihre Nähe zu kommen, und vernahmen zu ihrem Erſtaunen folgendes Geſpräch:
„Guten Morgen, Frau Langbein, ſo früh ſchon auf der Wieſe?“
„Schönen Dank, liebe Klapperſchnabel! Ich habe mir ein kleines Frühſtück geholt. Iſt Euch vielleicht ein Viertelchen Eider gefällig, oder ein Froſchſchenke⸗ lein?“
„Danke gehorſamſt; habe heute gar keinen Appetit.
Ich komme auch wegen etwas ganz anderem auf die Wieſe. Ich ſoll heute vor den Gäſten meines Vaters 83


