Teil eines Werkes 
10. Bändchen (1846) Sämmtliche Werke
Entstehung
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ſuchte ihn auch ſein Großvezier Manſor alle Tage um

dieſe Zeit. An dieſem Nachmittag nun kam er auch, ſah aber ſehr nachdenklich aus, ganz gegen ſeine Ge⸗ wohnheit. Der Kalif that die Pfeife ein wenig aus dem Mund und ſprach:Warum machſt Du ein ſo nachdenkliches Geſicht, Großvezier?

Der Großvezier ſchlug ſeine Arme kreuzweis über die Bruſt, verneigte ſich vor ſeinem Herrn und ant⸗ wortete:Herr! ob ich ein nachdenkliches Geſicht mache, weiß ich nicht, aber da unten am Schloß ſteht ein Krämer, der hat ſo ſchöne Sachen, daß es mich ärgert, nicht viel überflüſſiges Geld zu haben.

Der Kalif, der ſeinem Großvezier ſchon lange gern eine Freude gemacht hätte, ſchickte ſeinen ſchwarzen Sklaven hinunter, um den Krämer herauf zu holen. Bald kam der Sklave mit dem Krämer zurück. Dieſer war ein kleiner dicker Mann, ſchwarzbraun im Geſicht und in zerlumptem Anzug. Er trug einen Kaſten, in welchem er allerhand Waaren hatte. Perlen und Ringe, reichbeſchlagene Piſtolen, Becher und Kämme. Der Kalif und ſein Vezier muſterten Alles durch, und der Kalif kaufte endlich für ſich und Manſor ſchöne Piſto⸗ Feen, für die Frau des Veziers aber einen Kamm. Als der Krämer ſeinen Kaſten ſchon wieder zuſammen ma⸗ chen wollte, ſah der Kalif eine kleine Schublade und fragte, ob da auch noch Waaren ſeien. Der Krämer zog die Schublade heraus und zeigte darin eine Doſe mit ſchwärzlichem Pulver und ein Papier mit ſonder⸗ barer Schrift, die weder der Kalif noch Manſor leſen konnten.Ich bekam einmal dieſe zwei Stücke von