Teil eines Werkes 
10. Bändchen (1846) Sämmtliche Werke
Entstehung
Einzelbild herunterladen

43

etwas erzählen. Dies könnte uns ſchon die Zeit ver⸗ treiben.Selim Baruch, Du haſt wahrgeſprochen, ſagte Achmet, der älteſte der Kaufleute;laßt uns den Vorſchlag annehmen.Es freut mich, wenn Euch der Vorſchlag behagt, ſprach Selim,damit Ihr aber ſehet, daß ich nichts uUnbilliges verlange, ſo will ich den Anfang machen.

Vergnügt rückten die Kaufleute näher zuſammen und ließen den Fremden in ihre Mitte ſitzen. Die Sklaven ſchenkten die Becher wieder voll, ſtopften die Pfeifen ihrer Herren friſch und brachten glühende Koh⸗ len zum Anzünden. Selim aber erfriſchte ſeine Stimme mit einem tüchtigen Zuge Sorbet, ſtrich den langen Bart über dem Mund weg und ſprach:So hört denn die Geſchichte von Kalif Storch.

Die Geſchichte von Kalif Storch. I.

Der Kalif Chaſid zu Bagdad ſaß einmal an einem ſchönen Nachmittag behaglich auf ſeinem Sopha; er hatte ein wenig geſchlafen, denn es war ein heißer Tag, und ſah nun nach ſeinem Schläfchen recht heiter aus. Er rauchte aus einer langen Pfeife von Roſen⸗ holz, trank hie und da ein wenig Kaffee, den ihm ein Sklave einſchenkte, und ſtrich ſich allemal vergnügt den Bart, wenn es ihm geſchmeckt hatte. Kurz, man ſah dem Kalifen an, daß es ihm recht wohl war. Um dieſe Stunde konnte man gar gut mit ihm reden, weil er da immer recht mild und leutſelig war, deßwegen be⸗