Mährchen als Almanach.
Einleitung.
In einem ſchönen fernen Reiche, von welchem die Sage lebt, daß die Sonne in ſeinen ewig grünen Gär⸗ ten niemals untergehe, herrſchte von Anfang an bis heute die Königin Phantaſie. Mit vollen Händen ſpen⸗ dete dieſe, ſeit vielen Jahrhunderten, die Fülle des Segens über die Ihrigen, und war geliebt, verehrt
von Allen, die ſie kannten. Das Herz der Königin war
aber zu groß, als daß ſie mit ihren haten bei ihrem Lande ſtehen geblieben wäre; ſie 5 kößim könig⸗ lichen Schmuck ihrer ewigen Jugend und Schönheit, ſtieg herab auf die Erde; denn ſie hatte gehört, daß dort Menſchen wohnen, die ihr Leben in traurigem Ernſt, unter Mühe und Arbeit hinbringen. Dieſen hatte ſie die ſchönſten Gaben aus ihrem Reiche mitge⸗ bracht, und ſeit die ſchöne Königin duich die Fluren der Erde gegangen war, waren, pie Menſchen fröhlich bei der Arbeit, heiter in ihrem Ernſt.
Auch ihre Kinder, nicht minder ſchön und lieblich als die königliche Mutter, ſandte ſie aus, um die Men⸗
W. Hauffs Werlt.. 4


