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liebevollen, biederen Männer, ſie hatten nicht geathmet, jene lieblichen Bilder holder Frauen. Jene bunte Welt voll Putz und Glanz, alle jene Stimmen, die aus fer⸗ nen Jahrhunderten zu mir herüber tönten, die muthigen Töne der Trompete, Rüdengebell, Waffengeklirr, Spo⸗ renklang, ſüße Akkorde der Laute— Alles, Alles dahin, Alles nichts als eine löſchpapierene Geſchichte, im Hirn eines Poeten gehegt, in einer ſchmutzigen Druckpreſſe zur Welt gebracht!
„Ich ſah mich noch einmal nach der Gegend um, die ich verlaſſen hatte. Die Sonne war geſunken, die Nebel der Elbe verhüllten das liebe Dresden, nur die Spitzen der Thürme ragten vergoldet vom Abendroth über dem Dunſtmeer.
„So lag auch mein Träumen, mein Hoffen, Ver⸗ gangenheit und Zukunft in Nebel gehüllt, nur einzelne hohe Geſtalten ſtanden hell beleuchtet wie jene Thürme vor meiner Seele. Wohlan! ſprach ich bei mir ſelbſt:
—— 0 fortes, pejoraque passi
Mecum saepe viri, nuno cantu pillito curas Cras ingens iterabimus aequor.
„Noch einmal breitete ich die Arme nach der Vater⸗ ſtadt aus, da fühlte ich einen leichten Schlag auf die Schulter und wandte mich um——⸗
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Der Herausgeber iſt in der größten Verlegenheit. Er hat bis auf den Tag, an welchem er dies ſchreibt, dem Verleger das Manuſcript zum erſten Theil ver⸗ ſprochen, und doch fehlt noch ein großer Theil des letz⸗


