Teil eines Werkes 
6. Bändchen (1846) Sämmtliche Werke
Entstehung
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194 Krägen, wie heutzutage die Damen tragen, heraus⸗ gelegt.

Ein Rock, der offenbar von einem heutigen Mei⸗ ſter, aber nach antiker Form gemacht war, kleidete ſie nicht übel; er ſchloß ſich eng um den Leib und zeigte überall den ſchönen Wuchs der jungen Männer. In ſonderbarem Contraſt damit ſtanden weite Pluderhoſen von grober Leinwand. Aus ihren Röcken ſahen dro⸗ hende Dolchgriffe hervor, und in der Hand trugen ſie Beilſtöcke, ungefähr wie die römiſchen Liktoren. Gar nicht recht wollte aber zu dieſem Koſtüm paſſen, daß ſie Brillen auf der Naſe hatten und gewaltig Tabak rauchten.

Ich fragte meinen Führer, was das für eine ſon⸗ derbare Armatur und Uniform wäre, und ob ſie viel⸗ leicht eine Beſatzung der Grütliwieſe vorſtellen ſollten? Er aber belehrte mich, daß es fahrende Schüler aus

Deutſchland wären. Unwillkürlich drängte ſich mir der

Gedanke an den fahrenden Ritter Don Quixote auf, ich ſtieg lachend in meinen Kahn und pries mein Glück, auf einem Platz, der durch die erhabenen Erinnerun⸗ gen, die er erweckt, nur zu leicht zu träumeriſchen Ver⸗ gleichungen führt, eine ſo groteske Erſcheinung aus dem Leben gehabt zu haben. Die jungen Deutſchen ſöhnten mich aber wieder mit ſich aus, denn als mein Kahn über den See hingleitete, erhoben ſie einen vier⸗ ſtimmigen Geſang in ſo erhabener Melodie, mit ſo würdigen, ergreifenden Wendungen, daß ich ihnen in Gedanken das Vorurtheil abbat, welches ihr Koſtüm m mir erweckt hatte.

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