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Schranken reitet und kämpft, wie der gewaltigen Währinger einer. Er hat das ein wenig rohe und ge⸗ meine Mittelalter moderniſirt, oder vielmehr unſere heutige modiſche Welt in einigen frommen Miſtizismus einbalſamirt und um fünfhundert Jahre zurückgeſcho⸗ ben. Da ſchmeckt nun alles ganz ſüßlich und ſieht recht anmuthig, lichtdunkel aus; die Ritter, von denen man vorher nichts anderes wußte, als ſie ſeien derbe Land⸗ junker geweſen, die ſich aus Religion und feiner Sitte ſo wenig machten, als der Großtürke aus dem ſechsten Gebot, treten hier mit einer bezaubernden Courtoiſie auf, ſprechen in feinen Redensarten, ſind hauptſäch⸗ lich fromm und kreuzgläubig.
„Die Damen ſind moderne Schwärmerinnen, nur keuſcher, reiner, mit ſteifen Krägen angethan und überhaupt etwas ritterlich aufgeputzt. Selbſt die edlen Roſſe ſind glänzender als heutzutage und haben ordent⸗
lich Verſtand, wie auch die Wolfshunde und andere
ſolche Gethiere.“
„Mon dieu! ſolchen Unfinn liest man in Deutſch⸗ land?“ rief der Franzoſe und ſchlug vor Verwunderung die Hände zuſammen.
„O ja, meine Herren, man liest und bewundert;
es gab eine Zeit bei uns, wo wir davon zurückge⸗
kommen waren, Alles an fremden Nationen zu be⸗ wundern; da wir nun, auf unſere eigenen Herrlichkei⸗
ten beſchränkt, nichts an uns fanden, das wir bewun⸗
dern konnten, als die Tempi passati— ſo warfen wir uns mit unſerem gewöhnlichen Nachahmungseifer auf dieſe und wurden alleſammt altdeutſch.


