Teil eines Werkes 
6. Bändchen (1846) Sämmtliche Werke
Entstehung
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62 ſchen docirte. Gerechter Himmel! Wenn ich ſo viel Umſtände machen müßte, um eine lüderliche Seele in mein Fegfeuer zu deduciren! Der Menſch auf dem Ka⸗ theder malte die Seele auf eine große ſchwarze Tafel, und ſagte:„So iſt ſie, meine Herren!“ Damit war er aber nicht zufrieden, er behauptete, ſie ſitze oben in der Zürbeldrüſe.

Ich quittirte die Philoſophen und beſuchte die Theo⸗ logen. Um meine Leute näher kennen zu lernen, beſchloß ich, an einem Sonntag nach der Kirche einem oder dem andern meine Viſite abzuſtatten. Ich kleidete mich ganz ſchwarz, daß ich ein ziemlich theologiſches Air hatte, und trat meinen Marſch an. Man hatte mir vorhergeſagt, ich ſollte keinen zu voreiligen Schluß auf den reinen und frommen Charakter dieſer Männer machen, ſie ſeien etwas nach dem altteſtamentariſchen Coſtüm, vernach⸗ läſſigen äußere Bildung und fallen dadurch leicht ins Linkiſche.

Mein Herz mit Geduld gewaffnet, trat ich in das Zimmer des erſten Theologen. Aus einer bläulichen Rauchwolke erhob ſich ein dicker ältlicher Mann in einem großgeblümten Schlafrock, eine ganz ſchwarze Meer⸗ ſchaumpfeife in der Hand. Er machte einen kurzen Knix mit dem Kopf und ſah mich dann ungeduldig und fra⸗ gend an. Ich ſetzte ihm auseinander, wie mich die Phi⸗ loſophie gar nicht befriedige, und daß ich geſonnen ſei, einige theologiſchen Collegien zu beſuchen. Er murmelte einige unverſtändliche, aber wie es ſchien, gelehrte Be⸗ merkungen, verzog beifällig lächelnd den Mund und ſchritt im Zimmer auf und ab.