Teil eines Werkes 
6. Bändchen (1846) Sämmtliche Werke
Entstehung
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Es predigte zwar Mancher gegen das einreißende Verderben, aber die Altdeutſchen tröſteten ſich damit, daß ihre„Altvordern“ auch durch Trinken excellirt haben; die Frömmſten ließen ſich große Humpen ver⸗ fertigen und zwangen und mühten ſich ſo lange, bis ſie wie Götz von Berlichingen, oder gar wie Hermann der Cherusker ſchlucken konnten. Den Feineren, Gebildete⸗ ren, war es natürlich vom Anfang auch ein Gräuel, ich verwies ſie aber auf eine Stelle bei Jean Paul; er ſagt nämlich in ſeinem unübertrefflichen Quintus Firlein:

„Jeruſalem bemerkt ſchön, daß die Barbarei, die oft hart hinter dem ſchönſten bunteſten Flor der Wiſſen⸗ ſchaften aufſteigt, eine Art von ſtärkendem Schlammbad ſei, um die Überfeinerung abzuwenden; mit der jener Flor bedrohe; ich glaube, daß Einer, der erwägt, wie weit die Wiſſenſchaften bei einem Studirenden ſteigen, dem Muſenſohne ein gewiſſes barbariſches Mittelalter, das ſogenannte Burſchenleben,— gönnen werde, das ihn wieder ſo ſtählt, daß die Verfeinerung nicht über die Grenze geht.“

Wenn ein Meiſter, wie Jean Paul, dem ich hiemit für dieſe Stelle meinen herzlichen Dank öffentlich ſage, alſo ſich ausſpricht, was konnten die Kleinmeiſter und Jünger dagegen? Sie ſetzten ſich auch in die ſchwarz⸗ gerauchte Kneipe,„verſchlammten“ ſich recht tüchtig in dem„barbariſchen Mittelalter“ und hatten kraft ihres inwohnenden Genies meine älteren Zöglinge bald überholt.