Teil eines Werkes 
6. Bändchen (1846) Sämmtliche Werke
Entstehung
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läutete es, daß wir meinten, es brenne drüben in Caſſel. Des Herrn Oekonomieraths Roſalie hatte ihre hyſte⸗ riſchen Anfälle bekommen. Der Alte mochte ein Glas über Durſt haben, denn er ſprach vom Teufel, der ihn und ſein Kind holen wolle. Wir wußten nichts anderes, als wieder unſere Zuflucht zu Herrrn von Natas zu nehmen. Er hatte verſprochen, bei Frau von Trübenau mit dem Kammermädchen zu wachen; aber lieber Gott geſchlafen muß er haben wie ein Dachs, denn wir poch⸗ ten drei⸗, viermal, bis er uns Antwort gab, und die Kammerkatze war nun gar nicht mehr zu erwecken.“

„Nun, und ließ er der ſchönen Roſalie zur Ader?“

„Nein, er hat ihr, wie mir Lieschen ſagte, Senfteig zwei Hand breit aufs Herz gelegt, darauf ſoll es ſich bald gegeben haben.“

„Armer Profeſſor!“ dachte ich,„dein hübſches Rös⸗ chen mit ihren ſechzehn Jährchen und dieſer Natas in traulicher Stille der Nacht, ein Pflaſter auf das po⸗ chende Herz pappend!“

„Der Herr Papa Okonomierath war wohl ſehr angegriffen durch die Geſchichte?“ fragte ich, um über die Sache ins Klare zu kommen.

„Es ſchien nicht, denn er ſchlief ſchon, ehe noch Lieschen mit dem Hirſchhorngeiſt aus der Apotheke zu⸗ rückkam. Aber es läutet im zweiten Stock und das gilt mir.“ Er ſprachs und flog pfeilſchnell davon.

So war auf einmal die luſtige Geſellſchaft zerſtoben; und doch wußte ich nicht, wie dies Alles ſo plötzlich kommen konnte. Ich entſann mich zwar, daß geſtern bei dem Punſch etwas Sonderbares vorgefallen war;