Teil eines Werkes 
6. Bändchen (1846) Sämmtliche Werke
Entstehung
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wahrſcheinlich verwerfen, aber er berief ſich auf die wirklich intereſſante Erſcheinung unſers Natas.Jeder von uns geſteht, ſagte er,daß er dem Gedanken Raum gegeben, unſern Freund, nur unter anderer Ge⸗ ſtalt, hier oder dort geſehen zu haben, und doch ſind ſeine ſcharfen Formen, ſein gebietender Blick, ſein ge⸗ winnendes Lächeln ganz dazu gemacht, auf ewig ſich ins Gedächtniß zu prägen.

Sie mögen ſo Unrecht nicht haben, entgegnete Flaßhof, ein preußiſcher Hauptmann, der auf die Strafe des Arreſtes hin ſchon zwei Tage bei uns ge⸗ zaudert hatte, nach Coblenz in ſeine Garniſon zurück⸗ zukehren.Sie mögen Recht haben; ich erinnere mich einer Stelle aus den launigen Memoiren des italieni⸗ ſchen Grafen Gozzi, die ganz für Ihre Behauptung ſpricht. Jedermann, ſagt er, hat den Michele d'Agata gekannt, und weiß, daß er einen Fuß kleiner und we⸗ nigſtens um zwei dicker war, als ich, und auch ſonſt nicht die geringſte Ähnlichkeit in Kleidung und Phy⸗ ſiognomie mit mir gehabt hat. Aber lange Jahre hatte ich beinahe täglich den Verdruß, von Sängern, Tän⸗ zern, Geigern und Lichtputzern als Herr Michele d'A⸗ gata angeredet zu werden und lange Klagen über ſchlechte Bezahlung, Forderungen u. ſ. w. anhören zu müſſen. Selten gingen ſie überzeugt von mir, daß ich nicht Michele d'Agata ſei. Einſt beſuchte ich in Verona eine Dame; das Kammermädchen meldet mich an:Herr Agata. Ich trat hinein und ward als Michele d'Agata begrüßt und unterhalten; ich ging weg und begegnete einem Arzt, den ich wohl kannte.Guten Abend,