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Der Brand-Müller : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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Leonhard ſchmerzlich.Ich gehe ſchon! Aber, da nimm das Geld.

Nein, ich nehm' es nicht! Ich will nichts von Euch, gar nichts,« erwiederte der Junge, und lief waldeinwärts davon, ſo ſchnell ihn ſeine flinken Beine tragen wollten.

Oh, mein Gott, mein Gott, ſtöhnte Leonhard, und helle Thränen floſſen uber ſeine Wangen,da⸗ hin iſt es alſo mit mir gekommen! Oh, Fluch uͤber den böſen Gedanken, der ſich zuerſt in meine Seele einſchlich! Das Brandmal, das ich fürchtete, iſt mei⸗ ner Stirn aufgeprägt! Mein Anblick flößt ſelbſt der ſchuldloſen Jugend Entſetzen ein! Wo verberg, ich mich, um meiner Schande zu entrinnen!

Sein Schmerz war tief und heftig. Er konnte nicht länger zweifeln, die alte Mar⸗Lene hatte wahr zu ihm geſprochen; nicht im nächſten Dorfe blos, ſon⸗ dern in der ganzen Umgegend ſogar war er verrufen und wurde der Brand⸗Müller genannt, ein Name, der ihn mit Schauder und Abſcheu vor ſich ſelber er⸗ füllte. Wie tief war er geſunken, daß nicht einmal ein armſeliger Holzfäller⸗-Junge ſein Loos gegen das Seinige vertauſchen wollte! Daß der Arme ſogar ver⸗ ſchmähete, ein Geſchenk von ihm, dem Reichen, anzu⸗ nehmen! Leonhard glaubte vor Schmerz und Verzweif⸗ lung vergehen zu müſſen!

Aber was half jetzt all ſein Jammer? Er mußte ihn eben tragen, ſo gut es gehen wollte, und durfte nicht einmal eine Klage laut werden laſſen, denn er hatte ihn ſelber verſchuldet. Er preßte die Hand auf ſein Herz, um das ungeheure Pochen deſſelben zu be⸗