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John Milton und seine Zeit : historischer Roman / von Max Ring
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gen die Philiſter, und rühmen ſich ihres Sieges über den gottgeſand⸗ ten Helden. Alles vergebens, ihre Anſtrengungen ſind umſonſt. Ich weiß und fühle es, daß nicht die Hölle triumphiren wird. Schon ſehe ich den Erlöſer kommen, vor dem die Lüge ſchwindet. Der hei⸗ lige Geiſt läßt ſich auf die Völker hernieder, der Geiſt der Erkennt⸗ niß, des Wiſſens, der Menſchenliebe und allgemeinen Duldung. Der Schutzengel der Tugend und Unſchuld verſcheucht den lüſternen Komus, der ſeine Beute fahren laſſen muß. Nach uns kommen beſſere Zeiten, und andere Kämpfer, welche endlich triumphiren werden. Rüſtet euch, ihr Auserwählten, werdet nicht müde, laſſet nicht ab! der Sieg wird euch und der gerechten Sache nicht fehlen. Dich aber, fügte er hinzu, indem er ſich an den Sohn Alicen's wendete, dich werbe ich hiermit für das neue Heer, welches den alten Streit auskämpfen ſoll. Bleibe treu dem Glauben deiner Väter, der beſſeren Ueberzeugung und der Wahrheit. Der Herr ſegne und erleuchte dich.

Während der Sterbende ſo ſprach, herrſchte ein tiefes, ehrfurchts⸗ volles Stillſchweigen. Von Rührung ergriffen, kniete der ſchöne Jüng⸗ ling an dem Lager nieder, um den Segen des berühmten Dichters zu empfangen. Er fühlte tief im Innern die Bedeutung des Augen⸗ blicks, der für ſein ganzes, ferneres Leben von Entſcheidung war. Hierauf reichte Milton ſeine Hände der treuen Gattin und der Ge⸗ liebten ſeiner Jugend, die gleich Engeln das Krankenbett umſtanden.

Weinet nicht, tröſtete er ſie. Mein Leben war zwar reich an Leiden aller Art. Ich habe an dem Grabe der Freiheit geſtanden, die ich mit begründen half. Meine Ueberzeugungen wurden verhöhnt, meine Gedanken verſpottet, meine Schriften von Henkershand verbrannt. Ich ſah meine Freunde verfolgt, eingekerkert und hingerichtet. Ich hatte den Verluſt meiner Augen zu beklagen, und wurde ein armer, elender und blinder Mann. Das Schickſal hat mir viel geraubt, aber auch viel gegeben. Es war mir vergönnt, in einer großen Zeit zu leben, und an dem Aufwachen der Geiſter, an der größten That des Jahrhunderts, Theil zu nehmen. Ich habe redlich mitgewirkt und mitgefochten. Die erſten Geiſter meiner Zeit haben mir die Hand gereicht, und mit den Edlen aller Länder verband mich das geiſtige Band der Achtung und Freundſchaft. Fürſten und Völker haben auf mein Wort gehört, das zu Fleiſch, zur That, zur Anregung für Tauſende