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John Milton und seine Zeit : historischer Roman / von Max Ring
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Und ſie nach dieſem mächt'gen Ereigniß Mit Frieden, Troſt und Ruhe der Seele erfüllt.

Wie einer jener Propheten des alten Bundes ſchüttete der Dichter ſeinen Grimm, wie ſeinen Schmerz, ſeinen Zorn und ſeine Hoffnung in gewaltigen Worten aus. Seine Geſtalt ſchien zu wachſen; er hatte ſich erhoben und ſtand jetzt aufgerichtet da, ein geiſtiger Simſon, der noch einmal an dem Gebäude des Despotismus rüttelte, bereit zu ſterben und im Tode noch feſthaltend an dem Glauben ſeines ganzen Lebens.

16.

Es war dies das letzte Aufflackern des Genius vor ſeinem Erlö⸗ ſchen. Andauernde Leiden des Körpers und der Seele warfen Milton auf das Krankenlager; er fühlte das nahe Ende ſeiner Tage. An ſeiner Gattin fand er eine liebevolle Pflegerin; auch ſein Bruder, der ſeine politiſchen Anſichten nicht theilte, war herbeigeeilt. Die Geſchwiſter ſahen ſich nach langer Zeit wieder, und vergaßen wenigſtens im erſten Augenblick ihre verſchiedenen Meinungen. Milton ſtreckte ſeine abge⸗ zehrte Hand dem treuen Bruder entgegen.

Guter Chriſtoph! ſagte er mit ſchwacher Stimme. Ich ſehe, daß du mich noch immer liebſt. Wie wohl thut mir dein Anblick nach langer Trennung; wie freue ich mich, daß du gekommen biſt. Du wirſt mir helfen, mein Haus zu beſtellen, und meine irdiſchen Angelegenheiten zu ordnen.

Das will ich gern thun, entgegnete der Bruder mit ſichtbarer Rührung.

Mein Vermögen iſt nur gering, denn Dichter ſammeln keine

Schätze. Es thut mir weh, daß ich meiner Frau nur ſo wenig hin⸗ terlaſſen kann. Ich hätte ihr gern ein ſorgenloſes Schickſal bereitet; ſie hat es um mich verdient durch die treue Pflege, die ſie mir angedei⸗ hen ließ, durch ihre Liebe und die Geduld, welche ſie mit dem armen, blinden Manne hatte; doch, ich verſtand es nicht, große Summen zu erwerben.