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Ja, ſieh, ſo wie ich es mache, ich bin Deine Mutter und ſchäme mich deſſen nicht.
Bei dieſen Worten nahm ſie des Jünglings Rechte und führte ſie trotz ſeinem leichten Wider⸗ ſtreben, ein ernſthaftes wagte er nicht, an ihre Lippen. Wie ſchön ſagte ſie, mehre Küſſe darauf drückend, wie ſchön ſeine Handli geworden iſt und ſo weich und warm; es iſt kein Opfer, wohl aber eine Freude, ſolche edle Hand zu küſſen.
Mutter, allzu gütige Mutter! ſagte Egon mit hohem Purpur auf den Wangen.
Um Gott, rief der Rüſtmeiſter, was fehlt meinem Weib? Es iſt ihr übel, ſie ſchwankt. In der That war die Rüſtmeiſterin einer Ohnmacht nahe und neigte ſich mit brennenden Blicken auf das Be⸗ ginnen der glücklichen Mutter und doch todbleichen Wangen gegen ihren Gatten, der ſie unterſtützte; doch führte dieſer Zufall das Ende der Mahlzeit herbei. Marie erhob ſich vom Tiſch, und Kuni⸗ bert führte ſie zu einem Faulbett, auf welchem er ſie niederließ, und wo er hoffte, daß ſie ſich er⸗ holen werde; es war ihm nicht recht, wenn viel Aufſehens über dieſe kleine Anwandlung, deren Natur und Urſache er zu errathen glaubte, gemacht wurde; junge Frauen, ſo hatte er wohl einmal


