Teil eines Werkes 
2. Theil (1849)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

9⸗

Kaufleuten; doch, was ſage ich, zu uns her⸗ auf fahren keine Güterzüge, und geraubt am Heer⸗ wege wird bei uns nicht. Ja, wäre Schloß Ol⸗ tingen Aarburg, aber ſelbſt Aarburg iſt ſicher jetzt, der Ritter treibt ſich anderwärts umher wo? mögen die Heiligen wiſſen, kümmert mich auch nicht. Ich will nun hinab und ſehen, was es giebt. Bleibe Du einſtweilen hier, Marie; bald gedenke ich wieder bei Dir zu ſein. Schau doch, ſchau da hinab, wo der Wildgang durch das Dickicht gehauen iſt; es blitzt und glänzt da beim Teufel wie Waffen in der Sonne, wie Harniſche und Helme. Schau die Reiter, einer mit einem Banner, mit einem Fähnlein, wor⸗ auf der ſchwarze Bär, das Feldzeichen unſerer Herren zu Bern. Wer kann das ſein? Gotts Tod! Jetzt geht mir ein Licht auf; wenn maàn Hochzeit ge⸗ halten hat, vergißt man Alles, und hielte ich alle Tage Hochzeit, ich käme ganz von Verſtand. Gott befohlen, Weibchen, ich eile, ich fliege. Weißt Du, wer naht? Das wird eine Freude ſein bei den Alten da drinnen, er wies auf das Schloß. Weißt's, Marie?

Der Junker, ſagte Marie erbleichend, doch mit ziemlicher Gleichgültigkeit im Tone. Vetter Egon.

Er ſelbſt, meiner Treue, Junker Egon!