Teil eines Werkes 
17. Bändchen (1846) Sämmtliche Werke
Entstehung
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Mann,Ihr habt mir eine Stimme zugeſagt in Eu⸗ rem Rath, darf ich nicht auch wiſſen um die erſte Ver⸗ ordnung, die Ihr an Euer Land ergehen laſſet?

Mit Euer Hochedeln Erlaubniß, fiel Ambroſius Volland haſtig ein,das Ding hat Eile, die Bürger⸗ ſchaft von Stuttgart verſammelt ſich ſchon auf der Wieſe. Dieſe Schrift muß ihr vorgeleſen werden. Es hat wahrhaftig Eile.

Nun, Ambroſius! ſagte der Herzog,ſo gar eilig iſt es nicht, daß wir unſerem alten Freund die Sache nicht mittheilen ſollten. Wir haben nämlich beſchloſſen, uns huldigen zu laſſen, und zwar nach neuen Verträgen und Geſetzen. Die alten find null und nichtig.

Das habt Ihr beſchloſſen? um Sotteswillen, habt Ihr auch bedacht, zu was dies führt? Habt Ihr

nicht erſt vor wenigen Jahren den Tübinger Vertrag heſchworen?

Tübingen!a rief der Herzog mit ſchrecklicher

Stimme, indem ſeine Augen von Zorn glühten.Tü⸗ bingen! Nenne dies Wort nicht mehr! Dort hatte ich all' meine Hoffnung, dort war mein Land, meine Kinder, ha! und dort haben ſie mich verrathen und verkauft. Ich bat, ich flehte, ſie ſollen zu mir halten, ich wollte Gut und Blut mit ihnen theilen nichts! Man wollte von Ulerich nichts mehr. Das neue Re⸗ giment gefiel ihnen beſſer, im Elend haben ſie mich ſchmachten laſſen, haben zugegeben, daß ihr Herzog in Verbannung war, haben geduldet, daß der Name Würtemberg ein Hohngelächter wurde in allen Reichen,

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