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Die Männer lachten über dieſe Geſchichten, aber der Student fuhr fort:„Ich war zu jung, als daß ich hätte einſehen können, dies Alles ſei unwahr und er⸗ funden. Ich fürchtete mich nicht vor dem größten Jagd⸗ hund, warf jeden meiner Geſpielen in den Sand; aber wenn ich ins Dunkle kam, drückte ich vor Angſt die Augen zu, denn ich glaubte, jetzt werde der todte Mann heranſchleichen. Es ging ſo weit, daß ich nicht mehr allein und ohne Licht aus der Thüre gehen wollte, wenn es dunkel war, und wie manchmal hat mich mein Vater nachher gezüchtigt, als er dieſe Unart bemerkte! Aber lange Zeit konnte ich dieſe kindiſche Furcht nicht los werden, und allein meine thörichte Amme trug die Schuld.“
„Ja, das iſt ein großer Fehler,“ bemerkte der Jä⸗
ger,„wenn man die kindlichen Gedanken mit ſolchem Aberwitz füllt. Ich kann Sie verſichern, daß ich brave, beherzte Männer gekannt habe, Jäger, die ſich ſonſt vor drei Feinden nicht fürchteten— wenn ſie Nachts im Wald aufs Wild lauern ſollten oder auf Wilddiebe, da gebrach es ihnen oft plötzlich an Muth; denn ſie ſahen einen Baum für ein ſchreckliches Geſpenſt, einen Buſch für eine Hexe, und ein paar Glühwürmer für die Augen eines Ungethüms an, das im Dunkeln auf ſie laure.“
„Und nicht nur für Kinder,“ entgegnete der Stu⸗ dent,„halte ich Unterhaltungen dieſer Art für höchſt ſchädlich und thöricht, ſondern auch für Jeden; denn
welcher vernünftige Menſch wird ſich über das Treiben und Weſen von Dingen unterhalten, die eigentlich nur


