13¹
Sohn und ſein Geld zurück, und Beides kann ich nicht geben, denn das Geld gebührt mir für die Nachricht, die ich ihm gab, und ſeinen ungerathenen Burſchen kann ich nicht herbeiſchaffen.
Jetzt ſprach auch Benezar. Er ſchilderte ſeinen Sohn, wie edel und tugendhaft er ſei, und daß er nie habe ſo ſchlecht ſein können, zu ſtehlen. Er forderte den Kalifen auf, ſtreng zu unterſuchen.
„Ich hoffe,“ ſprach Harun,„Du haſt, wie es Pflicht iſt, den Diebſtahl angezeigt, Kalum⸗Bek?“
„Ei freilich!“ rief Jener lächelnd.„Vor den Poli⸗ zeirichter habe ich ihn geführt.“
„Man bringe den Polizeirichter!“ befahl der Kalif.
Zum allgemeinen Erſtaunen erſchien dieſer ſogleich, wie durch Zauberei herbei gebracht. Der Kalif fragte ihn, ob er ſich dieſes Handels erinnere, und dieſer ge⸗ ſtand den Fall zu.
„Haſt Du den jungen Mann verhört, hat er den Diebſtahl eingeſtanden?“ fragte Harun.
„Nein, er war ſogar ſo verſtockt, daß er Niemand als Euch ſelbſt geſtehen wollte!“ erwiderte der Richter.
„Aber ich erinnere mich nicht, ihn geſehen zu haben,“ ſagte der Kalif.
„Ei warum auch! da müßte ich alle Tage einen ganzen Pack ſolches Geſindel zu Euch ſchicken, die Euch ſprechen wollen.“
„Du weißt, daß mein Ohr für Jeden offen iſt,“ antwortete Harun;„aber wahrſcheinlich waren die Be⸗ weiſe über den Diebſtahl ſo klar, daß es nicht nöthig war, den jungen Menſchen vor mein Angeſicht zu


