Teil eines Werkes 
12. Bändchen (1846) Sämmtliche Werke
Entstehung
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und wieder einen Wink fallen, wenn er ſieht, daß einer aus Neugierde beinahe vom Verſtand kommen könnte. Statt nun wie andere Menſchen zu ſchlafen, ſchleicht der Kalif Nachts durch die Straßen von Bag⸗ dad, und ſelten verſtreicht eine Woche, worin er nicht auf ein Abenteuer ſtößt; denn Ihr müßt wiſſen, wie ja auch aus der Geſchichte mit dem Oliventopf erhellt, die ſo wahr iſt, als das Wort des Propheten, daß er nicht mit der Wache und zu Pferd in vollem Putz und mit hundert Fackelträgern ſeine Runde macht, wie er wohl thun könnte, wenn er wollte, ſondern angezogen, bald als Kaufmann, bald als Schiffer, bald als Sol⸗ dat, bald als Mufti geht er umher und ſchaut, ob Alles recht und in Ordnung ſei.

„Daher kommt es aber auch, daß man in keiner Stadt Nachts ſo höflich gegen jeden Narren iſt, auf den man ſtößt, wie in Bagdad; denn es könnte eben ſo gut der Kalif wie ein ſchmutziger Araber aus der Wüſte ſein, und es wächst Holz genug, um allen Menſchen in und um Bagdad die Baſtonade zu geben.“,

So ſprach der Kaufmann, und Said, ſo ſehr ihn hin und wieder die Sehnſucht nach ſeinem Vater quälte, freute ſich doch, Bagdad und den berühmten Harun Al Raſchid zu ſehen.

Nach zehn Tagen kamen ſie in Bagdad an, und Said ſtaunte und bewunderte die Herrlichkeit dieſer Stadt, die damals gerade in ihrem höͤchſten Glanz war. Der Kaufmann lud ihn ein, mit in ſein Haus zu kommen, und Said nahm es gerne an; denn jetzt erſt unter dem Gewühl der Menſchen fiel es ihm ein,

W. Hauffs Werke. XII. 7