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„Dann hat er nicht mehr und nicht minder gethan, als wir ſelbſt gethan haben würden,“ verſetzte Selim, „er hat ſeinen Feind, der ihm Freiheit und Leben rauben wollte, bekämpft und erſchlagen; drum löſet ſchnell ſeine Bande!“ d
Die Männer ſahen ihn ſtaunend an und gingen nur zaudernd und mit Widerwillen ans Werk.„So ſoll der Mörder Deines Sohnes, des tapfern Alman⸗ ſor nicht ſterben?“ fragte Einer, indem er wüthende Blicke auf Said warf.„Hätten wir ihn lieber gleich umgebracht!“
„Er ſoll nicht ſterben;“ rief Selim,„und ich nehme ihn ſogar in mein eigenes Zelt auf, ich nehme ihn als meinen gerechten Antheil an der Beute, er ſei mein Diener.“
Said fand keine Worte, dem Alten zu danken; die Männer aber verließen murrend das Zelt, und als ſie den Weibern und Kindern, die draußen verſammelt waren und auf Saids Hinrichtung warteten, den Ent⸗ ſchluß des alten Selim mittheilten, erhoben ſie ein ſchreckliches Geheul und Geſchrei und riefen, ſie wer⸗
den Almanſors Tod an ſeinem Mörder rächen, weil ſein eigener Vater die Blutrache nicht üben wolle. Die übrigen Gefangenen wurden an die Horden vertheilt, einige entließ man, um Löſegeld für die Rei⸗ cheren einzutreiben, andere wurden zu den Heerden als Hirten geſchickt, und manche, die vorher von zehn Sklaven ſich bedienen ließen, mußten die niedrigſten Dienſte in dieſem Lager verſehen. Nicht ſo Said. War es ſein muthiges, heldenmäßiges Ausſehen oder der


