6 e, welchen die Räuber eher ſelbſt eiwas ſchenken cönnten, da heben ſie keinen Fuß auf!“ 1
„Das iſt wohl wahr,“ entgegnete der Fuhrmann, der, durch die Ankunft der Fremden erweckt, auch an den Tiſch getreten war;„einem armen Mann können ſie nicht viel anhaben ſeines Geldes willen. Aber man hat Beiſpiele, daß ſie arme Leute nur aus Mordluſt niederſtießen, oder ſie zwangen unter die Bande zu treten und als Räuber zu dienen.“
„Nun, wenn es ſo ausſieht mit dieſen Leuten im Wald,“ bemerkte der junge Goldſchmied,„ſo wird uns wahrhaftig auch dieſes Haus wenig Schutz gewähren. Wir ſind nur zu Vier, und mit dem Hauskaecht Fünf; wenn es ihnen einfällt zu Zehn uns zu überfallen, was können wir gegen ſie? und überdies,“ ſetzte er leiſe fluſternd hinzu,„wer ſteht uns dafür, daß dieſe Wirths⸗ leute ehrlich ſind?“
„Da hat es gute Wege, erwiderte der Fuhrmann. „Ich kenne dieſe Wirthſchaft ſeit mehr als zehn Jahren und habe nie etwas Unrechtes darin verſpürt. Der
Mann iſt ſelten zu Hauſe, man ſagt, er treibe Wein⸗
handel; die Frau aber iſt eine ſtille Frau, die Niemand Böſes will; nein, dieſer thut Ihr Unrecht, Herr!“ „Und doch,“ nahm der junge vornehme Herr das Wort,„doch möchte ich nicht ſo ganz verwerfen, was er geſagt. Erinnert Euch an die Gerüchte von jenen Leuten, die in dieſem Wald auf einmal ſpurlos ver⸗ ſchwunden ſind. Mehre davon hatten vorher geſagt, ſie werden in dieſem Wirthshaus übernachten, und als man nach zwei oder drei Wochen nichts von ihnen ver⸗


