Teil eines Werkes 
12. Bändchen (1846) Sämmtliche Werke
Entstehung
Einzelbild herunterladen

4

e beſuchen darf, und etwas mitbringe von meiner cgenen Arbeit, das ſie beim Meiſter beſtellt hat; jetzt, da ich ihr an dem ſchönen Geſchmeide zeigen könnte,⸗ was ich gelernt habe, jetzt ſoll ich das alles hergeben, und die gelbe Weſte dazu, die ich auch von ihr habe? Nein, lieber ſterben, als daß ich den ſchlechten Men⸗ ſchen meiner Frau Pathe Geſchmeide gebe!

Sei kein Narr! rief der Zirkelſchmied.Wenn ſie Dich todtſchlagen, bekommt die Frau Gräfin den Schmuck dennoch nicht. Drum iſt es beſſer, Du gibſt ihn her und erhältſt Dein Leben. 3

Felix antwortete nicht. Die Nacht war jetzt ganz heraufgekommen und bei dem ungewiſſen Schein des Neumonds konnte man kaum auf fünf Schritte vor ſich ſehen. Er wurde immer ängſtlicher, hielt ſich näher an ſeinen Kameraden und war mit ſich uneinig, ob er ſeine Reden und Beweiſe billigen ſollte oder nicht. Noch eine Stunde beinahe waren ſie ſo fortgegangen, da er⸗ blickten ſie in der Ferne ein Licht. Der junge Goldſchmied meinte aber, man dürfe nicht trauen, vielleicht könnte es ein Räuberhaus ſein, aber der Zirkelſchmied belehrte ihn, daß die Räuber ihre Häuſer oder Höhlen unter der Erde haben, und dies müſſe das Wirthshaus ſein, das ihnen ein Mann am Eingang des Waldes be⸗ ſchrieben. 5

Es war ein langes, aber niedriges Haus, ein Kar⸗ ren ſtand davor, und nebenan im Stalle hörte man Pferde wiehern. Der Zirkelſchmied winkt ſeinen Geſel⸗ len an ein Fenſter, deſſen Laden geöffnet waren. Sie konnten, wenn ſie ſich auf die Zehen ſtellten, die Stube