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Sprünge machte, mit den Fingern knallte und Heiſa, Juhel ſchrie. Wunderlich war es anzuſehen, wie das kleine Schürzlein der Jungfer Roſe, das ihm Baltha⸗ ſar umgethan, hin und her flatterte in der Luft, wie ſeine Beinchen umherbaumelten, wie ſein dickes Ge⸗ ſicht lächelte vor inniger Herzensluſt und Freude. Endlich ſchien er ermüdet, er winkte Judas und Paulus herbei und flüſterte ihnen etwas zu. Sie ban⸗ den ihm die Schürze ab, faßten ſolche an beiden Enden und zogen und zogen, ſo daß ſie plötzlich ſo groß wurde, wie ein Betttuch. Dann riefen ſie die Andern herbei, ſtellten ſie rings um das Tuch und ließen es anfaſſen. „Ha,“ dachte ich,„jetzt wird wahrſcheinlich der alte Balthaſar ein wenig geprellt, zu allgemeiner Ergötzung.
Wenn nur das Gewölbe nicht ſo nieder wäre, da kann 4
er leicht den Schädel einſtoßen.“ Da kam Judas und der ſtarke Bartholomäus auf uns zu und faßten— mich; Balthaſar Ohnegsund lachte hämiſch; ich bebte, ich wehrte mich; es half nichts, Judas faßte mich feſt an der Kehle und drohte mich zu erwürgen, wenn ich
mich ferner ſträube. Die Sinne wollten mir vergehen,
als ſie mich unter allgemeinem Jauchzen und Geſchrei auf das Tuch legten; noch einmal raffte ich mich zu⸗ ſammen.„Nur nicht zu hoch, meine werthen Gönner, ich renne mir ſonſt das Hirn ein am Gewölbe,“ rief
ich in der Angſt des Herzens, aber ſie lachten und
überſchrieen mich. Jetzt fingen ſie an, das Tuch hin und her zu wiegen, Balthaſar blies den Trichter dazu. Jetzt ging es auf und abwärts, zuerſt drei, vier, fünf Schuh hoch, auf einmal ſchnellten ſie ſtärker, ich flog
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