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Volk um ſeine Freiheit kämpft? Heilige Jungfrau, was iſt dies für eine Welt! Wahrlich, das möchte ei⸗ nen Stein erbarmen!“ Er quetſchte im Zorn, während er die letzten Worte ſprach, den ſilbernen Becher wie dünnes Zinn zuſammen, daß der Wein darin an die Decke ſpritzte, fuhr raſſelnd auf vom Tiſch, nahm ſeine Tartſche und ſein langes Schwert und ſchritt düſter mit dröhnenden Schritten aus dem Gemach.
„Ei, was iſt der ſteinerne Roland für ein zorniger Kumpan!“ murmelte Roſe, nachdem er die Pforte klirrend zugeworfen, indem ſie etliche Weintropfen, die ſie benetzten, vom Buſentuch abſchüttelte.„Will der ſteinerne Narr auf ſeine alten Tage noch zu Felde ziehen! Wenn er ſich ſehen ließe, ſie ſteckten ihn gleich ohne Barmherzigkeit als Flügelmann unter die Bran⸗ denburger Grenadiere, denn die Größe hat er.“
„Jungfer Roſe,“ erwiderte ihr Petrus,„zornig iſt er, das iſt wahr, und er hätte können auf andere Weiſe davon gehen; aber bedenket, daß er einſt Furioso, wahnſinnnig, war und noch ganz andere Sachen ge⸗ than, als ſilberne Becher zerquetſcht und Frauenzim⸗ mer mit Wein beſudelt. Und genau beim Lichte beſehen, kann ich ihm ſeinen Unmuth auch nicht verdenken; war er doch auch einmal ein Menſch und dazu ein herrlicher Paladin des großen Kaiſers, ein tapferer Ritter, der, wenn es Karl gewollt hätte, allein gegen tauſend Mu⸗ ſelmanen zu Felde gezogen wäre. Da hat er ſich denn geſchämt und iſt unmuthig geworden.“
„Laßt ihn laufen, den ſteinernen Recken!“ rief Bac⸗
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