17 fürſtliche Loge, ein Blick überzeugte mich, daß Niemand als Sie der Geliebte ſein könne.“
„Und die Geſandtin?“ rief der Graf mit zitternder Stimme.
„Sie hat es beſtätigt. Wenn ich nicht irre, ſprach ſie auch von einer Oberhofmarſchallin, von welcher ſie die Nachricht habe.“
Der Graf ſchwieg einige Minuten vor ſich hinſtar⸗ rend; er ſchien mit ſich zu ringen, er blickte einigemale den Fremden ſcheu von der Seite an—„Major!“ ſprach er endlich mit klangloſer, matter Stimme;„kön⸗ nen Sie mir hundert Napoleon leihen?“
Der Major war überraſcht von dieſer Frage; er hatte erwartet, ſein Freund werde etwas Weniges über ſein Unglück jammern, wie bei dergleichen Scenen ge⸗ bräuchlich, er konnte ſich daher nicht gleich in dieſe Frage finden, und ſah den Grafen ſtaunend an.
„Ich bin ein Flüchtling,“ fuhr dieſer fort;„ich glaubte endlich eine ſtille Stätte gefunden zu haben, wo ich ein klein wenig raſten könnte, da muß ich lieben, — muß geliebt werden, Major, wie geſtebt werden!“ Er hatte Thränen in den Augen, doch er bezwang ſich und fuhr mit feſter Stimme fort;„Es iſt eine ſonder⸗ bare Bitte, die ich hier nach ſo langem Wiederſehen an Sie thue, doch ich erröthe nicht, zu bitten. Kamerad, ge⸗ denken Sie des letzten ruhmvollen Tages im Norden, gedenken Sie des Tages von Moſaisk?“
„Ich gedenke!“ ſagte der Fremde, indem ſein Auge glänzte und ſeine Wangen ſich höher färbten. „Und gedenken Sie, wie die ruſſiſche Batterie an W. Hauffs Werke, V. 2


