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„Darf ich es verſchweigen, Robert?⸗ antwortete ſie.„Nein, er hat es ja doch ſchon geſehen. Ihr Sohn wollte Sie an Ihrem Geburtstage damit überraſchen, und ich erlaubte, daß das Bild einſtweilen hier aufge⸗ ſtellt würde.“
Der alte Thierberg hatte aufmerkſam zugehört; er ſchien überraſcht und ging auf den jungen Willi zu, dem er ſeine Hand bot.„Junger Mann,“ ſagte er, „ich habe Ihnen vorhin bitter Unrecht gethan, ich ſehe jetzt, daß Sie ein ſchönerer Zweck auf dieſes Zimmer führte, als ich anfangs dachte; werden Sie mir meine übereilten Worte, meine Hitze vergeben?“
Robert erröthete.„Gewiß, Herr von Thierberg,“ antwortete er,„und wenn Sie noch zehnmal heftiger geweſen wären, ſo konnten Sie mich zwar kränken, aber niemals beleidigen; es iſt hier nichts zu vergeben.“
„Wirklich?“ erwiderte der alte Herr ſehr freund⸗ lich.„Und, wenn ich fragen darf— wo haben Sie das Bild gekauft? Könnte man nicht ſich auch ein Exem⸗ plar verſchaffen? Ich möchte doch den grand Capitaine, meinen Kapitän in meinem Zimmer haben.“
„Wie ich meinen Vater kenne,“ ſagte der junge Mann,„ſo wird er dieſes Bild vielleicht noch lieber in Ihrem Hauſe, als in dem ſeinigen ſehen. Ich bitte, erlauben Sie, daß ich es dort aufhänge.“
„Sie machen mir ein großes Geſchenk, lieber Ro⸗ bert,“ ſagte Thierberg„Wohin iſt es mit unſern Ge⸗ ſinnungen gekommen? Ich glaube, wir denken im Grund gleich über dieſen Bonaparte, und doch ſind


