Teil eines Werkes 
4. Bändchen (1846) Sämmtliche Werke
Entstehung
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gen Blick auf das Gemälde,dieſer Mann war Napoleon Bonaparte, der Kaiſer der Franzoſen.

Der Alte ſetzte ſeine Mütze auf; er drückte die Augen zu und in ſeinem Geſichte kämpfte Unmuth mit Rüh⸗ rung. Doch als er nach einer Weile das Bild wieder anſah, ſchien er es nicht über ſich zu vermögen, dem ſtolzen Reiter gram zu werden.Du alſo? ſprach er zu ihm,Du warſt dieſer kühne Mann? Das war alſo Deine Meinung? Du haſt mir mein Kleid, mei⸗ nen Hut und meine Börſe zurückgegeben, um mir nach⸗ her mein Alles zu rauben?

Vater, ſagte Anna ſchmeichelnd,wie glücklich waren Sie aber dennoch! Der erſte Mann des Jahr⸗ hunderts hat ſo traulich zu Ihnen geſprochen.

Ja, das haben wir, erwiderte der Alte lächelnd' und nicht ohne Stolz,recht freundlich haben wir uns unterhalten, ich und er, und er ſchien Gefallen an mir zu finden. Ich habe nicht gehört, daß der erſte Conſul ſich je gegen einen ſo offen ausgeſprochen hätte, wie damals gegen mich.Frankreich wird nicht mehr lange ohne König ſein, waren ſeine eigenen Worte; Du haſt es erfüllt, kleiner Schelm! Ha! Und gerade ſo ſah er aus, ſo warf er noch einmal den ſtolzen Kopf herüber, als er ſein Roß den Berg hinantrieb und die Feldmuſik des Regimentes herüberklang. General Willi⸗ es war doch ein großer Geiſt!

Gewiß! ſagte der General freudig gerührt, in⸗ dem er dem Alten die Hand drückte.Aber, wie kam

nur dies Bild hieher zu Ihnen, Anna?