Teil eines Werkes 
4. Bändchen (1846) Sämmtliche Werke
Entstehung
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Zimmers, deutete mit dem ausgeſtreckten Arm hin und ſprach:Hier ſteht, was ich ſuchte.

Der Alte trat mit ſchnelleren Schritten, als ſeine

Krankheit erlaubte, näher. Er betrachtete das Bild und blieb mit einem Ausruf des Erſtaunens ſtehen; ſeine trotzige Miene klärte ſich auf, ſeine Stirn entfaltete ſich, ſein blitzendes Auge ſchimmerte nur noch von Rüh⸗ rung und Freude.Gott im Himmel, rief er aus, indem er das Mützchen abnahm, das er beſtändig trug. Wer hat mir das gethan, woher, woher habt Ihr ihn? Wer hat ihn meinen Gedanken nachgebildet, wer hat mir dieſe Züge, dieſe Augen hier, hier aus meinem Herzen herausgeſtohlen? Ddie Männer ſahen ſich ſtaunend an; betreten rich⸗ tete ſich Anna auf und trat näher, denn ſie beſorgte, ihr alter Vater rede irre.Wer hat dies Bild hieher geſtellt? fragte er nach einer Pauſe, indem er ſich umwandte, und alle ſahen Thränen in ſeinen Augen glänzen.

Ich, mein Vater, ſagte Anna zögernd.

O Du gutes Kind, fuhr er fort, indem er ſie in ſeine Arme ſchloß,wie Unrecht habe ich Dir vorhin gethan! Als ich in dieſes Zimmer trat, glaubte ich, Du habeſt mich tief gekränkt und doch haſt Du mich ſo un⸗

endlich erfreut! Kennſt Du ihn, Hans? wandte

er ſich an ſeinen Diener.Kennſt Du ihn nicht wieder?

Gott ſtraf mich, er iſt's! erwiderte der Reitknecht. Solche ſchreckliche Augen machte er gegen die fünf Buſchklepper, die uns auszogen, o das war ein braver Herr!