118 denkwürdige Feld ſtreiften, beleuchtend die Schande Frankreichs und ſein verwirrtes Heer, als blutend, aber unbeſiegt, das engliſche Heer jene Hügel deckte und Deutſchlands Völker ſtolzen Schrittes in die Ebene her⸗ abſtiegen, um den Kampf ſiegend zu entſcheiden— den⸗ ken Sie ſich, ich bitte, jenen erhabenen Moment, und ſagen Sie mir, wer da der Größere war?“
„Der Gott des Zufalls,“ erwiderte der General. „Mächtiger war er wenigſtens, als jener alte Held, der auch noch an ſeinem letzten Schlachttage zeigte, welche mächtige Kluft zwiſchen dem Genie und roher, wohl⸗ genährter thieriſcher Kraft befeſtigt ſei. Er iſt gefallen, nicht, weil ihm England oder Deutſchland gewachſen war, ſondern weil er früher oder ſpäter fallen mußte, weil er einen Vertilgungskrieg gegen ſich ſelbſt führte, der ſeine Kräfte aufrieb; oder können Sie mir beweiſen, daß an jenem Tage von Waterloo das Genie des eng⸗ liſchen Feldherrn oder gar Ihres Blüchers ihn beſiegte?“
„Seien wir gerecht,“ nahm der junge Willi das Wort;„geben wir zu, daß ihm keiner ſeiner militäri⸗ ſchen Gegner gewachſen war, ſo beweist dies noch im⸗ mer nicht für jene innere Größe, für jene moraliſche Erhabenheit, welche die Mitwelt mit ſich fortreißt, ihr Jahrhundert bildet, und Segen noch auf die ſpäte Nachwelt bringt. Napoleon war ein großer Soldat,— aber kein großer Menſch.“
„Sohn!“ erwiderte der General,„wie tannſt Du in irgend einem Fach des Wiſſens groß, größer als ſonſt ein Mann des Jahrhunderts werden, ohne ein gro⸗
ßer Menſch zu ſein? Die Maſchine iſt es nicht, nicht


